Schüttelgläser des Lebens Drucken E-Mail
Mittwoch, den 01. Februar 2006 um 14:14 Uhr

KERPEN. Ein Jahr ist es her, dass Bernd Schmitz das Capitol-Theater übernahm. Den Jahrestag feierte man mit dem Programm „Augenblicke 2006 - Kurzfilmtag im Kino“, in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Bildungswerk Rhein-Erft-Kreis und der Medienzentrale des Erzbistums Köln.

 

„Augenblicke" zeigt Kurzfilme, die man als Schüttelgläser des Lebens bezeichnen kann“, erläutert Udo Wallraf vom Erzbistum. Es ist ein bundesweites Projekt des Sekretariates der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn. „Damit soll vor allem jungen Filmautoren ein Forum geboten werden, ihre preisgekrönten Filme der Öffentlichkeit zu zeigen“, sagt Wallraf. Denn die Zeiten, in denen der Kurzfilm das Vorprogramm zum Hauptfilm war, sind schon lange vorbei.

Die Beiträge von „Augenblicke“ sind zwischen zwei Minuten und einer knappen halben Stunde lang und mal witzig, traurig, rührend oder auch sozialkritisch - wie der mehrfach ausgezeichnete und mit dem Oscar 2005 preisgekrönte Realkurzfilm „Wasp“ (auf Deutsch: Wespe).

In diesem Beitrag von Regisseurin Andrea Arnold geht es um Zoe, Mutter von vier unehelichen Kindern, die sich in einem heruntergekommenen englischen Vorort ohne Arbeit, Geld und Essen irgendwie durchschlägt, bis Dave wieder auftaucht, den sie mal nett fand und der sie jetzt einlädt. Ihre Kinder im Schlepptau geht sie hin, wobei sie den Nachwuchs vor der Kneipe warten lässt. Sie will Dave glauben machen, dass sie weder Kinder hat noch Geldsorgen. Bis letztlich eine Wespe den ganzen Schwindel auffliegen lässt. Unerwartete Wende: Dave kümmert sich um die kleine Familie.

Dieser Beitrag war der Favorit vieler Zuschauer, wie sich in der von der Medienpädagogin Brigitte Glaser geleiteten Diskussionsrunde herausstellte. „Der ging mir sehr nahe“, bekannte jemand, ein anderer sagte: „Das war ein verstörender, beklemmender Film.“

Doch auch die anderen acht Filme hatten ihren Reiz. „Der Bananenkaktus“ zum Beispiel spielt ironisch mit den Gedanken eines Mannes, der nicht Nein sagen kann. Witzig der Film „Nie solo sein“, in dem alles rückwärts läuft. Nur der Held bewegt sich vorwärts. Pfiffig: Der Filmname lässt sich rückwärts wie vorwärts gleich aussprechen.

 

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