Zahnstein und Heiratsantrag Drucken E-Mail
Donnerstag, den 25. September 2008 um 16:05 Uhr

Kerpen - Wie schön ist es, wenn jemand spontan sein kann. Die passendsten, witzigsten oder bemerkenswertesten Kommentare zur richtigen Zeit parat zu haben - das wünschen sich viele. Die wenigsten können es. Die Mitglieder des Theaterensembles „Dell' Arte“ beherrschen diese Kunst aber aus dem Effeff. Jedenfalls kam das, was sie da auf Zuruf auf der Bühne im Capitol-Kino präsentierten, wie aus der Pistole geschossen. Nur manchmal verrieten ein paar im Scheinwerferlicht aufblitzende Schweißtropfen, dass das Improvisationstheater auch für geübte Darsteller immer noch eine mächtige Herausforderung ist.

 

„Ich brauche ein paar passende Worte für einen Heiratsantrag“, forderte etwa Moderator Dennis Witton das Publikum auf. Prompt kamen Seltsamkeiten wie „polymorph pervers“, „Zahnstein“ und „Eierschalensollbruchstellen-Verursacher“. Und damit sollten Lena Schulz und Esther Wise zwei Männern aus dem Publikum ihre Liebe gestehen. Ist das peinlich? Wird da gelacht? Aber sicher. Und wie.

Spiele, mit denen Schauspielschüler für gewöhnlich an ihren darstellerischen Fähigkeiten arbeiten sollen, gerieten im Capitol-Theater zu äußerst amüsanten Episoden. Da war etwa die Übung „Drei Tote“. Das Publikum hatte sich drei Berufe auszudenken und kam auf Metzger, Dachdecker und Pathologe - alle tot, versteht sich. Und diese drei Toten mussten nacheinander erzählen, warum sie zur gleichen Zeit und am gleichen Ort das Zeitliche gesegnet haben. Keine leichte Aufgabe für Ilka Dischereit, Jörg Saborowski und Erik Sieb, die sie aber dennoch zur vollsten Zufriedenheit des Publikums lösten.

Heidi Kabel tritt als Nummerngirl bei einer Herrensitzung auf, Amy Winehouse, Franz Beckenbauer und Madonna treffen sich auf einer Party, Franjo Pooth betrügt seine Verona mit Prinz Charles - nur das abgebrühteste Publikum kann sich solche Konstellationen ausdenken. Offenbar hatten es einige der 150 Menschen im Saal faustdick hinter den Ohren. Und die Darsteller, die sonst eher in seriösen Stücken zu sehen sind, mussten das ausbaden - mit viel Phantasie, Spielfreude, Talent, hoher Konzentration und hartem, körperlichem Einsatz.

 

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