Sänger haben Schalk im Nacken Drucken E-Mail
Donnerstag, den 14. Februar 2008 um 16:02 Uhr

Kerpen - Wenn sich eine musikalische Formation „Dacapella“ nennt, dann ist unschwer zu erraten, um welche Art von Musik es sich hier dreht. Ob Schlager oder Popsong, ob kölsche Mundart oder Oper, ob Chanson oder MGV-Persiflage - das achtköpfige Vokalensemble aus dem Rhein-Erft-Kreis bewegt sich spielend und spielerisch durch die Sparten der Musikszene. Das Konzert am Dienstagabend im Capitol-Filmtheater in Kerpen war seit zwei Wochen ausverkauft. Das Interesse war gar so groß, dass zahlreiche zusätzliche Stühle herbeigeschafft werden mussten.

 

Doch als „Dacapella“ - gerade von einem Auftritt in Zürich heimgekehrt - dann so richtig Gas geben wollten, streikten die Mikros. Die technische Panne brachte das ganz in Schwarz gekleidete Ensemble aber nicht wirklich aus der Fassung. Mit Robbie Williams' „Let me entertain you“ konnte die Show dann doch noch beginnen.

Rheinische Mundart

Dass sich „Dacapella“ vorzüglich auf rheinische Mundart versteht, zeigte sich darauf im Bläck-Fööss-Klassiker „Indianer kriesche nit“. Doch auch die „ernsten“ Popsongs, wie beispielsweise „White flag“ von Dido (gesungen von Altistin Ulrike Trost), Eva Cassidys „Over the rainbow“ (gesungen von Sopran Uschi Steven) oder das hervorragend arrangierte und umgesetzte „Africa“ von Toto sorgten für abwechslungsreiche Unterhaltung.

Überhaupt haben sich die acht Sängerinnen und Sänger Unterhaltung ganz dick auf die Stirn geschrieben. Nicht nur an den süffisanten Zwischenmoderationen, auch an manch einer skurrilen Bearbeitung bekannter Klassiker spürte man den Schalk im Nacken der acht Vokalisten. Der Queen-Klassiker „Bohemian Rhapsody“ wurde mit neuem Text versehen, ins rheinische Hier und Jetzt transportiert und schlicht „Bergheimian Rhapsody“ getauft. Das mag manch einem Queen-Verehrer als Sakrileg erscheinen, doch die Raffinesse, mit der „Dacapella“ diesen im Original doch sehr voluminösen und kraftstrotzenden Song auf acht Stimmen verteilte, machte Spaß.

Weiter ging es nach der Pause mit einem Ausflug in die Welt der Oper. Jetzt ganz in Weiß gekleidet, gab „Dacapella“ die bekanntesten Melodien aus Bizets „Carmen“ zum Besten und lockte damit das Publikum immer mehr aus der Reserve. Der textlose Spaßsong „Popcorn“ - übrigens der Titel des im Entstehen begriffenen neuen Albums von „Dacapella“ -, eine gelungene MGV-Persiflage sowie das von Thomas Kümpel alias Adriano Celentano beinahe authentisch dargebotene „Una fiesta sua prati“ machten auch den zweiten Teil zu einem echten Vergnügen.

 

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