Hüftschwung und spitze Schreie Drucken E-Mail
Donnerstag, den 08. November 2007 um 15:56 Uhr

Kerpen - Es war der reinste Hochleistungssport, den die Mitglieder der Kerpener Theatergruppe „Dell' Arte“ im Capitol-Theater absolvierten. Körperliche, sprachliche und geistige Schwerstarbeit. Die hohe Anspannung der Protagonisten war förmlich zu spüren, wich dann aber in den gespielten Szenen des Improvisationstheaters „Ich glaub', die Katze tritt die Treppe krumm“ ausgelassener Kreativität.

 

Rund 150 Menschen waren in den Vorführsaal des Lichtspieltheaters gekommen. Und die vielseitigen Akteure des nunmehr seit zehn Jahren agierenden Ensembles zeigten, dass sie nicht nur das klassische und moderne Theaterspiel beherrschen, sondern auch urkomisch und spontan sein können.

Mit hohem Tempo ging es durch die improvisierten Szenen. Der Handlungsrahmen war vage vorgegeben, das Publikum kreierte mit Zwischenrufen Konkreteres. Dennis Witton, der Moderator des Abends, forderte das Publikum immer wieder auf, sich einzubringen. Etwa beim Partyspiel. „Sagen Sie mir Namen von Prominenten.“ Damit den Leuten nicht die Ideen ausgingen, waren zuvor Klatschzeitungen in den Sitzreihen verteilt worden. Die Akteure hatten auf Zuruf aus dem Publikum Supermodel Heidi Klum, Schlagersänger Andy Borg und Pop-Titan Michael Jackson darzustellen. Die ahnungslose Eva Nolte sollte als Gastgeberin die Persönlichkeiten erraten.

Also wackelte Ilka Dischereit mit affektiertem Hüftschwung und blonder Perücke über die Bühne und schrie „Alaaf“. Jörg Saborowski gab den Michael Jackson: Griff in den Schritt, spitze Schreie und „Moonwalk“ - das war leicht herauszufinden. An Andy Borg biss sich die ambitionierte Gastgeberin die Zähne aus. So sehr sich Erik Sieb auch mühte. Erst als die Mitspielerin Natascha Gollnow einen Anruf simulierte, war die Szene zu Ende. „Ring, ring. Ist mein Mann, der Andy, noch da? Und könntest du mir deine Perücke - borgen?“

Tierfilm, Heimatfilm, Science Fiction - die Schauspieler mussten ein und dieselbe Szene immer wieder in verschiedenen Genres spielen, die sich das Publikum ausdachte. Die Protagonisten im vorweihnachtlichen Krippenspiel kamen hysterisch, weinerlich, mit Putzzwang und an Epilepsie leidend daher. Auch dieses Drehbuch hatte das Publikum spontan entworfen. Eine Herausforderung für die Leute auf der Bühne. Herrlich komisch für die Zuschauer, die sich von der ersten bis zur letzten Sekunde köstlich amüsierten. Musikalisch wurden die Hobbyschauspieler übrigens von Benedikt Hölker auf der Geige begleitet.

 

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