Einblick in die Seele des Kinos Drucken E-Mail
Montag, den 05. Dezember 2011 um 23:02 Uhr

Der Adventskalender des „Kölner Stadt-Anzeiger“ gibt den Blick frei auf Orte, die üblicherweise nicht oder nur schwer zugänglich sind. Mit dem zweiten Türchen öffnen wir den Vorführraum des Kerpener Capitol-Theaters.


Kerpen - „Das ist die Seele des Kinos“, meint Bernd Schmitz und öffnet die Tür zum Vorführraum des Capitol-Theaters in Kerpen. Das vielfach preisgekrönte und wegen seiner Gemütlichkeit beliebteLichtspielhaus ist über 60 Jahre alt. Ungefähr halb so alt müsse die Technik des Vorführraumes sein, schätzt Kinobetreiber Schmitz: Sie besteht unter anderem aus einem meterhohen Lampenhaus, einem Getriebeteil und großen Spulen, in denen die Filme noch richtig auf- und abgedreht werden. „Erst im nächsten Jahr werden wir auf digitale Technik umrüsten, wollen aber trotzdem für besondere Vorführungen auch noch einen analogen Projektor behalten.“


Filmvorführer Martin Rothert hat so richtig viel zu tun: Die Filme werden in Boxen angeliefert und müssen erst noch mit der Presse zusammengeklebt werden, bevor sie dann auf eine Spule aufgerollt werden können. Die kann bis zu 25 Kilo wiegen und enthält dann bis zu 3,5 Kilometer langes Filmmaterial. Ist der Streifen vorgeführt, wird alles wieder auseinandergeschnitten und zurück zum Filmspediteur geschickt. Pleiten, Pech und Pannen in der 60-jährigen Geschichte des Kinos? Daran kann sich Schmitz kaum erinnern: „Den klassischen Filmriss gibt es heute kaum noch.“ Dazu sei das Filmmaterial, das nicht mehr aus Zelluloid, sondern einem anderen Kunststoff besteht, mittlerweile zu reißfest geworden. Einmal, so meint Schmitz, habe sich die Filmspule hinter dem Projektor nicht richtig aufgerollt und dann meterhoch auf dem Boden des Vorführraumesausgebreitet. Und einmal sei der Gleichrichter, der für die richtige Stromzufuhr sorgt, durchgebrannt,. „Das hat ganz schön gequalmt.“Spaß hat der Kinoliebhaber und Cineast Schmitz immer, wenn er beispielsweise bei den alljährlichen Schulfilmwochen Klassen auch mal den Vorführraum zeigt: Hinterher schneide er schon mal einen alten Film auseinander und gebe jedem Schüler ein Stückchen mit nach Hause, erzählt er. „Damit sie das Medium Film einmal begreifen. Die kennen ja meist nur DVDs.“


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